Downloads

Kompletter
Geschäftsbericht 2016

Download PDF

Finanzbericht

Download PDF

Individuelles PDF
zusammenstellen

Aktionärsbrief PDF
Interview Geschäftsleitung PDF
Strategie und Nachhaltigkeit PDF
Standorte PDF
Projektpipeline PDF
Arealentwicklung PDF
Corporate Governance PDF
Vergütungsbericht PDF
Liegenschaftsspiegel PDF

Wählen Sie den gewünschten Dateityp:

    

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit: Verantwortung für Lebensraum in der Schweiz

In der Schweiz ist Land knapp bemessen, was zu einer in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltigen Nutzung verpflichtet. Als langfristige Eigentümerin richtet HIAG ihr Handeln deshalb auf die Sicherung der langfristigen Qualität neu entstehender Quartiere aus und stellt die Pflege ihrer Areale, Standorte und Infrastrukturen sicher. Im Zentrum steht die Aufgabe, die Identität und die «Seele» eines Standorts so zu begreifen und umzusetzen, dass sie als Kern des künftigen Quartiers erhalten bleiben und daraus ein sorgfältiger Umgang mit dem Lebensraum entsteht.

Ökologische Nachhaltigkeit: Wasserkraftwerke, graue Energie und Photovoltaik

Wasserkraft

Einige Standorte von HIAG befinden sich an Flussläufen, die für die ehemaligen Industriebetriebe wichtige Energielieferanten waren und auch heute als erneuerbare Energiequellen für die Stromproduktion genutzt werden können. An drei Standorten im Zürcher Oberland, in Biberist sowie in Diesbach produzierten 2016 fünf Kleinwasserkraftwerke mit einer kumulierten Maximalleistung von 1’810 kW insgesamt ca. 6’456’935 kWh Strom. Dies entspricht etwa dem durchschnittlichen Jahresbedarf von rund 1’614 Zwei-Personen-Haushalten mit vier Zimmern. Damit die Wasserkraft langfristig für die Stromproduktion genutzt werden kann, müssen auch die Wasserkraftwerke stets in einem Zustand sein, der einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht. Das nebenstehende «Wasserkraft-Logbuch» führt die Einspeisung bzw. Stromproduktion für das Jahr 2016 auf und zeigt, welche Zwischenfälle 2016 Eingriffe erforderlich machten. Ziel von HIAG ist es, das Potenzial der Wasserkraftwerke möglichst vollständig zu nutzen. Die Jahresproduktion ist jedoch stark abhängig von der Wassermenge, die zur Verfügung steht. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zuverlässigkeit der Anlagen, welche durch die 2016 erfolgten Instandsetzungen in den kommenden Jahren höher sein dürfte. Die Grafik auf Seite 30 zeigt die Jahresproduktion für die Jahre 2014, 2015 und 2016 aller Kraftwerke im Überblick.

Im Aathal (ZH) ist das Thema Wasserkraft auch aufseiten des Kantons und des Denkmalschutzes von Bedeutung. Drei von zwölf Kraftwerken aus der sogenannten Wasserkraftwerkskette, die sich durch die Region zieht, sollen auf Grundlage eines von HIAG entworfenen Konzepts mittelfristig Sanierungssubventionen des Kantons erhalten. So werden diese geschützten Energielieferanten nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erhalten. HIAG wird somit in der Lage sein, die drei Wasserkraftwerke im Aathal künftig wirtschaftlich und langfristig betreiben zu können.

Wasserkraft-Logbuch

Diesbach (GL)

Vier Tage Stillstand im März aufgrund ausgeschlagener Führungselemente. 

Im April stand das Wasserkraftwerk deshalb zusätzlich fünf Tage still. 

Eine Lagerreparatur im Mai sorgte für fünf Tage Stillstand.

Weitere zwei Tage Stillstand im Juni aufgrund von Vibrationen am Generator. 

Die Stillstände aufgrund von aussergewöhnlichen Wettersituationen* betrugen insgesamt acht Tage.

Die Stromproduktion bzw. Einspeisung im Jahr 2016 bei einer Maximalleistung von 935 kW betrug: 4’425’285 kWh.

Biberist (SO)

Insgesamt über fünf Monate Stillstand aufgrund von Instandsetzungen. Acht Tage Stillstand im Mai entfielen auf einen Riss in der unterwasserseitigen Turbinengehäuseabstützung.
Sieben Tage Stillstand im Juli erfolgten aufgrund eines gerissenen Laufradmantels.
Ein erneuter Riss im Laufradmantel im August erforderte den Ersatz eines 32 Jahre alten Mantelteils, was zu einem aussergewöhnlich langen Ausfall von gut viereinhalb Monaten führte.
Der Stillstand aufgrund von aussergewöhnlichen Wettersituationen* betrug insgesamt sechs Tage.
Stromproduktion im Jahr 2016 bei einer Maximalleistung von 493 kW: 1’518’745 kWh.

Schönau (ZH)

Vollbetrieb.
Stromproduktion im Jahr 2016 bei einer Maximalleistung von 82 kW: 253’857 kWh.

Floos (ZH)

Die Maschine konnte zwischen Januar und März 2016 nur mit 20% der möglichen Leistung betrieben werden. Grund war ein defektes Proportionalventil.
Stromproduktion im Jahr 2016 bei einer Maximalleistung von 120 kW: 163’140 kWh.

Oberaathal (ZH)

Mitte Mai fiel die Steuerung aus, die ersetzt werden musste.
Das Kraftwerk konnte Mitte November wieder in Betrieb genommen werden.
Stromproduktion im Jahr 2016 bei einer Maximalleistung von 180 kW: 95’908 kWh.

*  Die Kraftwerke Diesbach und Biberist werden von Gewässern gespiesen, die bei starken Niederschlägen oder Gewittern sehr viel Holz (Geschwemmsel), Geschiebe (Kies) und Sand in die Kanäle eintragen – diese verstopfen die Rechen- und Wehranlagen. Im Wissen, dass die Folgekosten wesentlich höher sind als die Produktionsverluste, werden die Anlagen in solchen Fällen daher vorübergehend präventiv ausser Betrieb gesetzt. Ein weiterer Grund für eine Ausserbetriebsetzung ist der Umstand, dass bei längeren Trockenperioden zu wenig Wasser zur Verfügung steht.

Graue Energie und Photovoltaik

HIAG entwickelt vielerorts denkmalgeschützte Objekte. Zum Erhalt der historischen Bausubstanz und deren ästhetischer Ausstrahlung kommt die Nutzung an bereits investierter grauer Bauenergie hinzu. Die graue Energie des Rohbaus der Spinnerei III beispielsweise beträgt 10’800’000 kWh, womit das sanierte Gebäude ca. 150 Jahre beheizt werden könnte. Ebenfalls auf dem Kunzareal errichtete HIAG auf dem Dach des Rekrutierungszentrums eine der grössten Photovoltaikanlagen der Region Windisch-Brugg. Im Jahr 2016 betrug die Strom­produktion der 794 Module mit einer Fläche von 1’300 m² rund 177 MWh (siehe Grafik auf Seite 31). Die seit 2013 vermiedenen CO2-Emissionen beliefen sich per Ende 2016 auf ca. 535 Tonnen.

Eine Besonderheit der Anlage ist das aerodynamisch optimierte Aufständerungssystem, das ermöglicht, dass sich die Anlage kaum sichtbar und dezent in das Gesamtbild des Quartiers integriert. Es handelt sich dabei um eine gemeinsam mit der Solventure AG und der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch realisierte Entwicklung.

Jahresproduktion in kWh

Energetische Standards

Als Arealentwicklerin setzt HIAG Wohn­projekte um und achtet dabei auf die Vereinbarkeit von Anforderungen künftiger Bewohner und einem schonenden Um­gang mit Ressourcen. So sind beispielsweise die Gebäude der 61 bereits bezogenen Mietwohneinheiten des Projekts Spinnerkönig sowie die 2016 noch im Bau befindlichen 29 Eigentumswohnungen der Feinspinnerei Minergie-zertifiziert. Ebenfalls im Minergie-Standard wurden die 99 Eigentumswohnungen des Wohnprojekts The Cloud erstellt, die im Jahr 2016 zum Teil bezogen wurden. Das Projekt zeichnet sich zudem durch eine CO2-neutrale Holzschnitzelheizung aus, wofür eigens ein Contracting mit einem ­Schweizer Holzschnitzellieferanten abgeschlossen werden konnte. Minergie-­zertifiziert wird auch der HP-EMEA-­Hauptsitz in Meyrin bei Genf sein.

Ertrag Photovoltaik Windisch in MWh pro Jahr

Soziale Nachhaltigkeit: Qualität in Städtebau und Architektur

Das Zusammenleben in einem Quartier wird massgeblich vom städtebaulichen und architektonischen Niveau beeinflusst. Um eine hochwertige Qualität bei den Überbauungen und Entwicklungsarbeiten sicherzustellen, führt HIAG Architekturwettbewerbe und Masterplanungen durch. In den letzten Jahren wurden mehr als zehn Wettbewerbsverfahren durchgeführt. Dabei nehmen externe und interne Experten Einsitz in der Jury. Dieses Vorge- hen ermöglicht, Antworten auf komplexe Entwicklungsfragen zu finden. Gleichzeitig kann das soziale, ökonomische und ökologische Potenzial der Standorte erweitert werden.

Die städtebauliche Planung bewirkt, dass Aspekte der Entwicklung wie Nutzungsart, Erschliessung oder Aussenraumgestaltung ganzheitlich berücksichtigt werden und einzelne Projekte eines Areals im Gesamtkontext optimal funktionieren. Dies fördert letztlich die gesunde Durchmischung der Quartiere und trägt damit zu einem positiven sozialen Klima bei.

Wo HIAG Areale entwickelt, ist der Standort meist von einer industriellen Vergangenheit geprägt. Oftmals ist die «geerbte» historische Substanz denkmalgeschützt, was einen sorgsamen Umgang mit ihr bei der Sanierung erfordert. Dabei müssen Details berücksichtigt werden, die von unseren Mitarbeitern und Dienstleistern ein besonderes Know-how erfordern. Das spezielle Flair historischer Bauten wird auch bei der Entwicklung des Walzmühle-Areals in Frauenfeld gezielt für die Schaffung einzigartiger Raumqualitäten eingesetzt. Daher wurden 2016 die Denkmalschutz­behörden bei der Ausarbeitung der Baueingabe für die geplanten Lofts als Teil der ersten Entwicklungsetappe mit ins Boot geholt.

Ökonomische Nachhaltigkeit: Kundenbedürfnisse und den Werkplatz Schweiz im Blick

Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt

Die Kunden von HIAG profitieren von einer Organisation mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen. Der direkte Kontakt zu entscheidungskompetenten Ansprechpartnern ermöglicht schnelle und verlässliche Antworten. Zu den Kunden von HIAG zählen staatliche, private und kommerzielle Mieter, Unternehmen sowie Käufer von Stockwerkeigentum. Vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss und auch danach werden sie von ihren Ansprech- partnern betreut. Dort, wo Stockwerk­eigentum auf einem Areal veräussert wird, sind die Käufer zugleich die künftigen Nachbarn von HIAG. Der vertrauensvolle Dialog mit dem Kunden steht daher im Vordergrund der Vermarktungsaktivitäten.

Partner des Werkplatzes Schweiz

Areale entwickeln heisst auch, den Werkplatz Schweiz zu entwickeln. Zu den kommerziellen Mietern von HIAG zählen namhafte Grossunternehmen und Marken wie ABB, Media Markt, HP Inc., Hewlett Packard Enterprise sowie Jeld-Wen. Zu den Ankermietern aus der Industrie pflegt das Portfoliomanagement der HIAG enge Beziehungen. Durch die Nähe bauen sich Verständnis und Know-how für firmenspezifische Anforderungen auf. Dabei profitiert HIAG von der eigenen industriellen Herkunft und bietet Produkte an, die für verschiedene Nutzungen geeignet sind und gleichzeitig an Mieterbedürfnisse angepasst werden können. So wie in Kleindöttingen (AG), wo in den letzten Jahren elf multifunktionale Industriehallen für industrielle und gewerbliche Nutzer erstellt wurden. Unternehmen und Gemeinden profitieren zudem von den Standortqualitäten. Da die meisten Areale schon früher industriell genutzt wurden, sind sie meist sehr gut erschlossen. So können Mieter von HIAG ihren Mitarbeitern kurze Arbeits­wege und eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr bieten. Infrastrukturen in den Gemeinden werden dadurch besser genutzt. Eine besondere Qualität kommt immer dann zustande, wenn alle an der Entwicklung Beteiligten sich mit dem Projekt identifizieren. Sofern ein entsprechendes Angebotsspektrum vorhanden ist, versucht HIAG daher, bei der Entwicklung der Areale primär das lokale Gewerbe zu berücksichtigen, wie beispielsweise bei der Wohnüberbauung The Cloud in Baar. Auch die Bewirtschaftung der Standorte erfolgt zum grossen Teil in Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern, die im Sinne von HIAG die Philosophie einer persönlichen unddialogorientierten Mieterbetreuung umsetzen.

Auch mit dem Geschäftsmodell von HIAG Data und der Umsetzung innovativer Nutzungskonzepte, wie beispielsweise der Coworking-Workspace mit Village Office auf dem Kunzareal in Windisch (AG), entstehen vermehrt Verbindungen zu national und international agierenden Unternehmen der IT-Branche sowie dem Kreativgewerbe. Somit erweitert sich der Stakeholder-Kreis von HIAG um neue wertvolle Kontakte, was den Wissensaustausch und die Vernetzung über die Organisationsgrenzen hinaus fördert. 2016 entstanden so Partnerschaften mit der itnetX, Microsoft Schweiz, Safe Swiss Cloud und Noser Health, einer Marke von Noser Engineering.